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FRAU S. WIRD FRAU W.

February 6, 2017

Heute ist es passiert. Einfach so. Ich habe mich mit meinem alten Nachnamen gemeldet. Am Telefon. Schwups, war er raus. Und ich fast ein bisschen erschrocken. Denn seit zwei Jahren trage ich einen neuen Nachnamen. Nämlich den meiner Frau. Ein wirklich schöner Nachname.

 

 

Und trotzdem musste ich mich erst daran gewöhnen. Denn eigentlich wollte ich NIE meinen alten Nachnamen abgeben. Das hatte ich mir zumindest vorgenommen, bis ich Anja kennenlernte. Aber ich wollte auch nie heiraten, geschweige denn Kinder bekommen- doch wenn man dem richtigen Menschen begegnet ändert sich einfach alles. So war das auch mit meinem Nachnamen. Aber ich bin ehrlich: ich habe für diese Entscheidung Zeit gebraucht. Ich tat mich schwer damit meine alte Identität über Bord zu werfen. Denn schließlich hatte ich mit diesem Nachnamen über drei Jahrzehnte gelebt. Er gehörte einfach zu mir. Vielleicht wäre ein Doppelname ein Kompromiss, schoss es mir durch den Kopf. Nein. Kein Doppelname. Ich wollte so heißen wie meine Frau. Das stand für mich fest. Nicht nur aus Liebe zu ihr.

Es gab für mich noch einen weiteren, wichtigen Grund IHREN Namen anzunehmen: nämlich unseren Sohn. Denn ich war zu diesem Zeitpunkt schwanger. Da ich das Kind bekam, wollte ich unbedingt, dass der Kleine so heißen würde wie sie. Meine Gene- ihr Nachname. Bei diesem Gedanken waren auch meine letzten Zweifel verflogen. Ein halbes Jahr nach unserer Hochzeit machte ich heimlich einen Termin. Ich wollte Anja mit meiner Entscheidung überraschen. Also verband ich ihr die Augen und wir fuhren zusammen zum Standesamt. Dort angekommen fragte sie mich: "Willst du dich etwa wieder von mir scheiden lassen?" Wir lachten. Sie strahlte. Und dann ging alles ganz schnell. Kurze Zeit später war ich Frau W. Ein wunderbares und sonderbares Gefühl zugleich. In den ersten Wochen übte ich immer wieder meine Unterschrift. Schon komisch, wie lange man braucht, damit einem die leicht von der Hand geht. Und auch am Telefon meldete ich mich zunächst vorsichtig mit meinem neuen Namen. Und heute?

Kann ich mir gar nicht mehr vorstellen anders zu heißen. Ich bin einfach nur froh, dass ich damals diese Entscheidung getroffen habe. Denn jetzt tragen wir ALLE denselben Nachnamen. Wir, das unschlagbare W- Team.

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